Sparriger Schüppling

Sparriger Schüppling

Pholiota squarrosa

  • Verursacht: Weißfäule
  • Typische Fruktifikationszeit: September bis November
  • Wirtsbäume: zahlreiche Laubbäume, insbesondere Ahorn, Linde, Pappel und Obstbäume; seltener Nadelbäume
  • Fruktifikationsort: vor allem Stammfuß und Wurzelanläufe, auch an Stubben
  • Befallsbereich: Wurzeln, Stammfuß und unterer Stammbereich
  • Lebensweise: Schwächeparasit an lebenden Bäumen, auch saprobiontisch an abgestorbenem Holz
  • Baumstatische Bedeutung: mäßig – bei fortgeschrittenem Holzabbau oder gemeinsamem Auftreten mit weiteren holzzersetzenden Pilzen kann die Bruchsicherheit beeinträchtigt werden

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Erkennungsmerkmale:

  • meist büschelig wachsende, einjährige Fruchtkörper
  • Hut gelblich bis rostbraun, mit dunklen, fest sitzenden und sparrig abstehenden Schuppen
  • Stiel ebenfalls deutlich geschuppt, mit faserigen Resten eines Schleiers
  • Lamellen zunächst gelblich, später rostbraun
  • braunes bis rostbraunes Sporenpulver

Verwechslungsgefahr:

  • Hallimasch (Armillaria spp.): ebenfalls büschelig wachsend, jedoch mit weißem Sporenpulver und meist weniger auffällig abstehenden Hutschuppen
  • Goldfell-Schüppling (Pholiota aurivella): schmierig-klebrige Hutoberfläche mit eher anliegenden Schuppen

Praxis-Hinweis:
Der Sparrige Schüppling verursacht eine meist langsam fortschreitende, lokal begrenzte Weißfäule. Seine baumstatische Bedeutung ist häufig mäßig, kann aber bei fortgeschrittenem Befall zunehmen.

Für Baumkontrolleure ist insbesondere das gemeinsame Auftreten mit anderen holzzersetzenden Pilzen, beispielsweise Hallimasch oder Brandkruste, von Bedeutung. In solchen Fällen sollte der Stammfußbereich besonders sorgfältig beurteilt werden.

Auch für Baumpfleger und Baumkletterer sind entsprechende Befunde bei der Arbeitsplanung und Beurteilung der Tragfähigkeit des Baumes zu berücksichtigen.

Hinweis zur Baumkontrolle:
Das Auftreten eines holzzersetzenden Pilzes ist ein wichtiger diagnostischer Befund, erlaubt für sich allein jedoch keine abschließende Aussage zur Verkehrssicherheit eines Baumes. Entscheidend sind unter anderem Befallsort, Fäuleausdehnung, verbleibende tragfähige Wurzeln beziehungsweise Holzquerschnitte, Baumgeometrie, Vitalität, Kompensationswachstum, Standort und mechanische Belastung. Bei begründetem Verdacht auf eine relevante Beeinträchtigung ist eine fachgerechte eingehende Untersuchung erforderlich.

Quellen und weiterführende Literatur

Pflanzenschutzamt Berlin (2022): Sparriger Schüppling – Pholiota squarrosa. Pilzfruchtkörper an Bäumen, Nr. 07.

Stadt Wien – Marktamt: Sparriger Schüppling. Pilzberatung und Artbeschreibung.

Species Fungorum: Pholiota squarrosa (Vahl) P. Kumm., taxonomischer Datensatz.

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