Ganoderma resinaceum
- Verursacht: Weißfäule
- Typische Fruktifikationszeit: Juni bis November
- Wirtsbäume: vor allem Eichen, außerdem weitere Laubbäume
- Fruktifikationsort: vor allem am Stammfuß und im unteren Stammbereich
- Befallsbereich: Stammfuß, unterer Stamm sowie Wurzelanläufe und angrenzende Wurzelbereiche
- Lebensweise: parasitisch an lebenden Bäumen, später auch saprobiontisch
- Baumstatische Bedeutung: hoch – besonders bei fortgeschrittener Fäule im Stammfuß oder im Bereich tragender Wurzeln
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Erkennungsmerkmale:
- große, konsolenförmige, meist einjährige Fruchtkörper
- Oberseite braun bis rotbraun und häufig lackartig glänzend
- junger Zuwachsrand gelblich bis cremefarben
- Porenschicht zunächst weißlich bis cremefarben, bei Druck bräunlich verfärbend
- frische Fruchtkörper können bei Verletzung eine gelbliche, harzartige Substanz absondern
Verwechslungsgefahr:
- Kupferroter Lackporling (Ganoderma pfeifferi): meist mehrjährige Fruchtkörper und dunklere Trama
- Glänzender Lackporling (Ganoderma lucidum): häufig gestielt, ebenfalls mit lackartig glänzender Oberfläche
- Die makroskopische Abgrenzung innerhalb der Gattung Ganoderma kann schwierig sein.
Praxis-Hinweis:
Der Harzige Lackporling ist für die Baumkontrolle vor allem wegen seines Befalls im statisch wichtigen Stammfuß- und Wurzelbereich relevant. Die verursachte Weißfäule kann dort zu deutlichen Festigkeitsverlusten führen.
Fruchtkörper am Stammfuß sind daher ein wichtiger Hinweis, den betroffenen Bereich genauer zu kontrollieren. Entscheidend sind insbesondere Lage und Ausmaß der Fäule sowie die verbleibenden tragfähigen Holzquerschnitte und Wurzeln.
Für Baumpfleger und Baumkletterer sollte ein entsprechender Befund auch bei der Arbeitsplanung und der Auswahl geeigneter Anschlagpunkte berücksichtigt werden.
Hinweis zur Baumkontrolle: Das Auftreten eines holzzersetzenden Pilzes ist ein wichtiger diagnostischer Befund, erlaubt für sich allein jedoch keine abschließende Aussage zur Verkehrssicherheit eines Baumes. Entscheidend sind unter anderem Befallsort, Fäuleausdehnung, verbleibende tragfähige Wurzeln beziehungsweise Holzquerschnitte, Baumgeometrie, Vitalität, Kompensationswachstum, Standort und mechanische Belastung. Bei begründetem Verdacht auf eine relevante Beeinträchtigung ist eine fachgerechte eingehende Untersuchung erforderlich.
Quellen und weiterführende Literatur
Schwarze, F. W. M. R. & Ferner, D. (2003): Ganoderma on Trees – Differentiation of Species and Studies of Invasiveness. Arboricultural Journal 27(1), 59–77.
Náplavová, K. et al. (2020): Molecular Data Reveal Unrecognized Diversity in the European Ganoderma resinaceum. Forests 11(8), 850.
Species Fungorum: Ganoderma resinaceum Boud., taxonomischer Datensatz.
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